Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Technische betriebliche Schlüsselkriterien

Facility Management: Krananlagen » Ausschreibung » Technische und betriebliche Anforderungen

Technische und betriebliche Kriterien

Technische und betriebliche Anforderungen im Kranmanagement

Technische und betriebliche Anforderungen legen die Leistungs-, Sicherheits- und Qualitätsstandards für das Kranmanagement im Rahmen des Facility Managements fest. Sie gewährleisten, dass alle Kransysteme in einer Weise gewartet, geprüft und dokumentiert werden, die den geltenden Gesetzen, Sicherheitsnormen und betrieblichen Abläufen entspricht. Diese Anforderungen bilden die Grundlage für konsistente Serviceleistungen, minimale Ausfallzeiten und eine kontinuierliche Betriebssicherheit in allen betreuten Einrichtungen.

Kriterien zur Bewertung technischer Leistungen

Wartungsplan (präventiv)

Der präventive Wartungsplan beschreibt die turnusmäßigen Maßnahmen, die erforderlich sind, um die dauerhafte Funktionsfähigkeit und Sicherheit der Kransysteme zu gewährleisten. Darin werden Wartungsintervalle, Verfahren und Kontrollmaßnahmen festgelegt, die vom Auftragnehmer umzusetzen sind. Alle Wartungsarbeiten erfolgen auf Grundlage der Herstellerempfehlungen, der Einsatzbedingungen sowie der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfintervalle. Die präventive Wartung umfasst mechanische, elektrische und steuerungstechnische Komponenten und wird durch eine systematische Dokumentation sowie die Einbindung in das CAFM-System des Auftraggebers unterstützt. Ziel ist es, ungeplante Ausfälle zu vermeiden, die Zuverlässigkeit der Anlagen sicherzustellen und die Einhaltung der DGUV Vorschrift 52 sowie der DIN EN ISO 9927 zu gewährleisten.

Prüf- und Testverfahren

Regelmäßige Prüf- und Testverfahren sind erforderlich, um die Betriebssicherheit, Tragfähigkeit und Funktionalität aller Kransysteme zu bestätigen. Diese Verfahren müssen den Vorgaben der TRBS 1201 sowie den einschlägigen DGUV-Vorschriften entsprechen. Tägliche Sicht- und Funktionskontrollen vor Einsatzbeginn sind von qualifizierten Bedienern durchzuführen, während wiederkehrende Prüfungen gemäß den gesetzlichen Anforderungen von befähigten Personen (Sachkundigen) vorgenommen werden. Funktionstests müssen unter anderem Bremsen, Hubwerke, Endschalter und Not-Halt-Einrichtungen umfassen. Sämtliche Ergebnisse, Feststellungen und durchgeführte Korrekturmaßnahmen sind zu dokumentieren und zu bestätigen. Durch regelmäßige Prüfungen wird sichergestellt, dass potenzielle Risiken frühzeitig erkannt und Abhilfemaßnahmen umgehend eingeleitet werden.

Dokumentation und Berichterstattung

Die Dokumentation ist ein zentrales Instrument für Transparenz, Verantwortlichkeit und Nachvollziehbarkeit im Kranmanagement. Sämtliche Wartungs- und Prüftätigkeiten sind gemäß VDI 6026-1 zu erfassen und digital im CAFM- bzw. Instandhaltungsmanagementsystem des Auftraggebers zu speichern. Jeder Eintrag muss Details der durchgeführten Arbeiten, das Datum, Unterschriften, Feststellungen sowie daraus resultierende Maßnahmen enthalten. Die Berichterstattung muss sowohl präventive Wartungspläne, Prüfergebnisse und festgestellte Mängel als auch durchgeführte Korrekturmaßnahmen umfassen. Der Auftragnehmer hat die fristgerechte Vorlage der Berichte zur Prüfung und Freigabe sicherzustellen. Eine lückenlose Dokumentation stärkt die operative Kontrolle und dient als Nachweis der Vorschriftentreue während Audits oder Inspektionen.

Ersatzteile und Reparaturen

Die Verfügbarkeit und Qualität von Ersatzteilen spielen eine entscheidende Rolle, um die Zuverlässigkeit der Kransysteme sicherzustellen und Ausfallzeiten zu minimieren. Der Auftragnehmer ist dafür verantwortlich, ein ausreichendes Lager kritischer Ersatzteile vorzuhalten und Reparaturen ausschließlich mit vom Hersteller freigegebenen Komponenten durchzuführen. Reparaturarbeiten sind von geschultem Fachpersonal auszuführen und im Wartungsprotokoll zu dokumentieren. Festgestellte Mängel sind umgehend zu melden; erforderliche Reparaturen sind entsprechend ihrer Priorität und Auswirkung auf den Betrieb zeitnah einzuplanen. Der Auftraggeber ist über alle wesentlichen Komponentenwechsel oder Systemänderungen in Kenntnis zu setzen. Ein effizientes Ersatzteilmanagement gewährleistet die Betriebsbereitschaft und verhindert Sicherheitsrisiken, die durch verzögerte oder unzureichende Reparaturen entstehen können.

Lastprüfung und Zertifizierung

Lastprüfungen und Zertifizierungen bestätigen die strukturelle und mechanische Integrität von Kransystemen unter Betriebs- und Testbedingungen. Statische und dynamische Lasttests sind gemäß DGUV Vorschrift 52 und DIN EN 13001 durchzuführen. Die Prüfintervalle müssen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und gegebenenfalls an die Nutzungsintensität sowie Umgebungsbedingungen angepasst werden. Diese Prüfungen sind von zugelassenen Sachverständigen oder Prüforganisationen durchzuführen; die entsprechenden Prüfbescheinigungen sind dem Auftraggeber vorzulegen. Lasttests müssen unter kontrollierten Bedingungen erfolgen, wobei Absperrbereiche einzurichten sind, um die Sicherheit während der Durchführung zu gewährleisten. Die Zertifizierung bestätigt die Einhaltung der technischen und Sicherheitsvorschriften und dient als rechtlicher Nachweis der Betriebsbereitschaft.

Elektrische Sicherheit und Steuerungssysteme

Die elektrische Sicherheit und die Zuverlässigkeit der Steuerungssysteme sind für einen sicheren und unterbrechungsfreien Kranbetrieb unerlässlich. Alle elektrischen Komponenten, Stromkreise und Schutzeinrichtungen müssen den geltenden DIN-VDE- und IEC-Normen entsprechen. Im Rahmen der Prüfungen sind die ordnungsgemäße Erdung, Isolierung, Überlastabsicherung sowie die korrekte Funktion von Endschaltern und Not-Halt-Einrichtungen zu überprüfen. Programmierbare Steuerungen müssen auf Reaktionsfähigkeit, Genauigkeit und die Einbindung in Sicherheitsfunktionen getestet werden. Änderungen oder Software-Updates an Steuerungssystemen erfordern eine vorherige Genehmigung des Auftraggebers und müssen dokumentiert werden. Die Befolgung dieser elektrischen Sicherheitsstandards verhindert Schäden an der Ausrüstung, Gefährdungen für das Bedienpersonal und ungeplante Ausfallzeiten.

Die Festlegung technischer und betrieblicher Anforderungen stellt sicher, dass alle Kransysteme im Facility Management einheitlich und überprüfbar gewartet und betrieben werden. Durch präventive Wartung, systematische Prüfungen, präzise Dokumentation, zuverlässiges Ersatzteilmanagement, zertifizierte Lasttests und Gewährleistung der elektrischen Sicherheit wird die langfristige Funktionsfähigkeit und Betriebssicherheit aller Kransysteme sichergestellt. Diese Anforderungen bilden einen wesentlichen Bestandteil des Ausschreibungsprozesses und ermöglichen eine transparente Bewertung, technische Vergleichbarkeit sowie einen nachhaltigen Betrieb aller Krananlagen.