Betriebsanweisungen – Sicherer Einsatz von Kranzubehör und Lastaufnahmeeinrichtungen
Betriebsanweisungen für Kranzubehör und Lastaufnahmeeinrichtungen legen die Anforderungen an Sicherheit, Prüfung und Betrieb fest, um einen sicheren Materialumschlag zu gewährleisten. Diese Komponenten – wie Haken, Traverse, Magnete, Greifer und Anschlagmittel – sind entscheidend für die Leistungsfähigkeit des Krans und müssen den Vorgaben der BetrSichV, DGUV Vorschriften 52/54 und TRBS 1201 entsprechen. Die Anweisungen definieren Verantwortlichkeiten für Sicht- und Funktionsprüfungen, Belastungstests und Wartungsmaßnahmen, um sicherzustellen, dass alle Lastaufnahmemittel innerhalb ihrer Nenntragfähigkeit und in einwandfreiem Zustand verwendet werden. Regelmäßige Schulungen, sorgfältige Dokumentation und die Einhaltung der Herstellervorgaben sind entscheidend, um Unfälle und Geräteschäden zu vermeiden. Im Facility Management tragen standardisierte Abläufe für den Einsatz von Lastaufnahmeeinrichtungen zur Erhöhung der Betriebssicherheit, zur rechtssicheren Nachverfolgbarkeit und zu einem effizienten, störungsfreien Kranbetrieb bei.
Unterlagen zu Zubehör- und Lastaufnahmeeinrichtungen
Werkstoffwahl: Kette für hohe Temperatur/raue Kanten; Drahtseil für Abrieb/Temperatur; Textil für empfindliche Oberflächen. Kanten stets mit Schutz ausrü
Neigungswinkel möglichst klein (≤60°); Anschlagpunkte über Schwerpunkt; symmetrische Verteilung.
Keine Knoten oder Verdrehungen; Kurzgliederketten nicht würgen ohne geeignete Verkürzer; Spreizen/Traversen bei instabilen Geometrien nutzen.
Sichtprüfung und Ablegereife
Vor jedem Einsatz prüfen: Risse, Kerben, Korrosion, Deformation, Drahtbrüche/Vogelnester, Hitzefarben, Chemikalienangriff; bei Textil Mantel-/Naht-/Fadenschäden, Verhärtungen; bei Ketten/Hardware Längenänderung, Risse, aufgebogene Haken, fehlende Sicherung; fehlende/ungültige Kennzeichnung.
Bei Zweifeln oder Überschreiten normativer Kriterien: sofort aussondern, kennzeichnen, melden; regelmäßige dokumentierte Prüfungen sicherstellen.
BA Verwendung von Lastaufnahmeeinrichtungen – Kranführer/Anschläger
Spezielle Gefahren und Betriebsregeln
Greifer:
Quetsch-/Scherstellen, Abrutschen bei falscher Backenwahl, verschmutzten/öligen Auflagen oder falschem Schwerpunkt.
Nur für freigegebene Geometrien/Dicken; Greifweg und Verriegelung prüfen; Probehub 10–20 cm.
Keine Seitenzugbelastung; Kanten schützen; Sichtprüfung auf Risse/Lockerungen vor jedem Einsatz.
Magnete:
Tragfähigkeit stark abhängig von Luftspalt (Farbe/Rost), Rauheit, Materialgüte (ferromagnetisch), Dicke/Verzug und Temperatur.
Elektro-Magnete nur mit geprüfter Energieversorgung/Notstrom; Permanentmagnete vollständig umschalten und Verriegelung kontrollieren.
Warnhinweis für Personen mit aktiven Implantaten; keine Personen unter schwebender Last.
Vakuumheber:
Nur dichte, saubere, trockene Oberflächen; poröse/raue Materialien eingeschränkt geeignet.
Dichtungen, Schläuche, Manometer, akustisch/optische Warnungen prüfen; Unterdruckspeicher und Rückschlagventile zwingend.
Bei kritischen Hebevorgängen redundantes Zweikreissystem verwenden; Probehub und Haltezeitkontrolle.
Einsatzgrenzen
Nenntragfähigkeit (WLL) und Herstellerangaben zu Temperatur, Wind, Neigung, Oberflächenzustand strikt einhalten; Derating bei Abweichungen.
Lastschwerpunkt erfassen, Formschluss sicherstellen, keine Schrägzüge; Sperrbereich freihalten, Taglines bei Platten/Wind.
Ausfallsicherheit und Notfallmaßnahmen
Redundante Systeme (z. B. 2-Kreis-Vakuum), mechanische Verriegelungen und Zustandsanzeigen nutzen.
Bei Alarm/Unterdruckabfall/Stromstörung Last sofort kontrolliert absetzen, Bereich sichern, Anlage außer Betrieb nehmen und Störung beheben.
BA Kraftbetriebene Drehmomentwerkzeuge (optional)
Planung und Gefährdungsbeurteilung: Reaktionsmomente, Lastführung, Anschlagmittelkapazität und mögliche Scher-/Quetschstellen berücksichtigen; Werkzeugmasse und Schwerpunkt bei Hub integrieren; Werkzeug nur mit sekundärer Sicherung (Tether) verwenden.
Schnittstellen zur Kransteuerung: Freigabekontakte/Interlocks (Werkzeug nur bei „lastfrei“ aktiv), Not-Halt-Einbindung, Lastmomentbegrenzer-Signal nutzen; definierter Kommunikationskanal zwischen Kranführer und Werkzeugbediener (Funk/Handzeichen, Ein-Personen-Kommando); ggf. Lastmesszelle zur Blockade des Anziehvorgangs bei Überschreiten von Grenzwerten.
Betrieb: Ansetzen nur in stabiler, lastfreier Lage; Reaktionsarm auf geeigneten, formschlüssigen Punkt, nie auf Körper abstützen; kein Aufenthalt unter schwebender Last; Sperrbereich markieren; Kabel/Schlauch-Management (knick- und stolperfrei, tropffreie Kupplungen).
Freigaben/Permit-to-Work: Hubfreigabe, Energie-Freigabe (Hydraulik/Pneumatik/Elektrik), ggf. ATEX-Freigabe; LOTO-Verfahren bei Umrüstungen; Kalibrier- und Prüfprotokolle des Werkzeugs vorhalten; Toolbox-Meeting dokumentieren.
PSA: Schutzhelm mit Kinnriemen, Schutzbrille/Visier, Gehörschutz, schnitt- und vibrationsdämpfende Handschuhe, Sicherheitsschuhe S3; bei Arbeiten in der Höhe Absturzsicherung und Werkzeug-Fangleinen.